Biolebensmittel vs. herkömmliche Erzeugung
Mehrfachrückstände
Um die unterschiedlichsten Insektenarten bekämpfen zu können, greift man häufig auf eine Gesamtgiftmenge zurück. In Obst und Gemüse bleiben dann Mehrfachrückstände, d.h. der menschliche Körper wird mit vielen verschieden Giften in seinem Essen belastet. Im Obst können bis zu 30 verschiedene Mittel nachgewiesen werden. Es ist weder klar, ob und wie sich die Gifte ergänzen bzw. ob man Wechselwirkungen befürchten muss.
Weichmacher
Viele Kunststoffe sind normalerweise sehr brüchig oder spröde, damit sie aber schön elastisch bleiben, werden sogenannte Weichmacher eingesetzt. Der Kunststoff wird aber nur physikalisch beeinflusst, er reagiert nicht auf ihn. (wie Wasser einen harten Schwamm geschmeidig macht) Die Chemikalien können nicht entweichen, aber möglicherweise direkt in die Lebensmittel übergehen.
Wer nun glaubt das Problem zu beseitigen, wenn er völlig auf Verpackungen verzichten (könnte), der irrt. Denn diese Chemikalien tauchen genauso bei der Verarbeitung der Nahrungsmittel auf. So sind Kunststoffflaschen obenso gefährlich, da es bei ihnen nicht einmal Angaben zu den Weichmachern gibt.
Zusatzstoffe
Auf vielen Zutatenlisten unterschiedlichster Nahrungsmittel finden sich Zusatzstoffe, die wegen Abkürzungen oft nicht zu identifizieren sind. Z.B bedeutet E 460 Cellulose oder E 14o Chlorophyll.
Wer genau wissen möchte, was sich hinter den mehr als 300 verschiedenen Zusatzstoffen verbirgt, kann dies mit einem E-Nummern-Schlüssel herausfinden.
Beispiel Bio-Zitrusfrüchte
Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen oder Limetten sind beliebte Zutaten in der Küche – besonders die sehr aromatische Schale wird in Desserts, Sirup, Marinaden oder Gewürzmischungen verwendet.
Aber: Bei konventionell erzeugten Zitrusfrüchten enthalten die Schalen viele bedenkliche Stoffe, die sich nicht einfach abwaschen lassen. Konventionelle Produkte werden häufig nach der Ernte mit chemischen Substanzen behandelt, um ihre Lagerfähigkeit und Optik zu verbessern.
Dazu zählen Fungizide (Imazalil oder Thiabendazol, ua.), die Schimmelbildung verhindern sollen. Diese Stoffe sind fettlöslich und reichern sich besonders in der äußeren Schicht der Fruchtschale an.
- Imazalil laut Internationaler Krebsforschungsagentur (IARC) vermutlich krebserregend
- Thiabendazol: Verdacht, bei hoher Belastung *Leber und Schilddrüse zu beeinträchtigen.
- Wachse und Konservierungsmittel – Polyethylenwachse (z. B. E914), bei Hitzeeinwirkung beim Backen oder Kochen – Bildung toxischer Nebenprodukte
- ua.
Laut der EU-Öko-Verordnung dürfen Früchte aus kontrolliert biologischem Anbau nicht mit synthetischen Konservierungs- oder Pflanzenvernichtungsmitteln nach der Ernte behandelt werden. Auch während des Anbaus sind chemisch-synthetische Pestizide verboten oder stark eingeschränkt.
So ist gewährleistet, dass die Schale weitgehend frei von schädlichen Rückständen ist. Das Bio-Früchte zudem oft aromatischer sind, da sie in der Regel frischer und saisonaler gehandelt werden und mehr ätherische Öle enthalten, kommt noch hinzu.
die Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest verleitete beispielsweise 2010 mit ihrer 8 jährigen Forschung über Bionahrungsmittel die Medien dazu, den Kauf der teuren Lebensmittel zu hinterfragen. Lohnt es sich denn überhaupt wirklich?
Der Test hatte eindeutig ergeben:
- Rückstände von Pflanzenvernichtungsmitteln (Pestiziten) kaum bis gar nicht enthalten
- Qualität kaum von herkömmlich hergestellten Produkten zu unterscheiden
- keine Unterschiede im Geschmack festzustellen
Ein Fest für alle Kritiker dieser Herstellungsweise, die das schon immer gewusst haben wollen – und die Pestizite, die den Kunden bis jetzt nicht umgebracht haben, schaffen dies in der Zukunft sicher auch nicht.
der Anteil der Medien
Kontraproduktiv wirken Medien, die Schlagzeilen wie „Biolebensmittel kaum gesünder“ oder „Öko schmeckt auch nicht anders“ herausbringen und nur nebenbei auf den Schutz anderer Tierarten (FAQ) hinweisen.

Der Glaube daran, dass ein paar Euro mehr ( für mehr Platz, schonenderes Wachstum, abwechslungsreichere Ernährung etc.) für Öko-Eier und Fleischprodukte erlogen sind, um dem Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen, um damit dann „guten Gewissens“ Billigfleisch kaufen zu können, ist eine Katastrophe. Das nutzt nur dem Geldbeutel der herkömmlichen Erzeuger!
Text: @Infokomposter & @Anouk / Bluesky – Bildquelle: (Titelbild) aboutpixel.de / obst © regine schöttl