Gefahr durch menschliche Erfindungen
Und Heute? Kampf gegen den Fortschritt?
Die Entwickler sozialer Medien warnen heute vor deren manipulativen Potential. KI-Forscher warnen vor autonomen Waffensystemen. Und trotzdem schreitet die Entwicklung voran.
Diese düstere Gesetzmäßigkeit stellt die Menschheit vor ein fundamentales Dilemma: Sollen auf technologischen Fortschritt verzichtet werden, weil er missbraucht werden könnte? Die Geschichte zeigt: Verzicht ist keine Option. Wer nicht entwickelt, wird von anderen überholt.
sinnvolle Nutzung zum Teil auch bei gefährlichen Technologien möglich
Das Sicherheitsdilemma treibt die Entwicklung voran. Nuklearenergie illustriert dieses Dilemma perfekt: Dieselbe Technologie, die Städte vernichten kann, liefert Energie. Gentechnik kann Krankheiten heilen oder Biowaffen schaffen.
Künstliche Intelligenz kann die Menschheit befreien oder versklaven.
Die Geschichte lehrt Pessimismus, aber sie zeigt auch Lichtblicke.
Verantwortung statt Ausbeutung
Internationale Ächtung kann wirken: Das Verbot von Landminen, die Ächtung biologischer und chemischer Waffen zeigen Erfolge – wenn auch unvollständige.
Die Diskussion über KI-Ethik, bevor autonome Waffen allgegenwärtig sind gibt immerhin einen kleinen Anlass zur Hoffnung. Offene Forschung und öffentliche Debatten können destruktive Anwendungen schwerer machen.
Forscher, die sich weigern, an zerstörerischen Projekten mitzuarbeiten, können Entwicklungen verlangsamen oder verhindern. Das Gesetz der unvermeidlichen Anwendung ist keine physikalische Konstante, aber eine historische Regelmäßigkeit von erschreckender Verlässlichkeit.
Jede zerstörerische Erfindung findet ihre Anwender, jede Technologie wird zu ihren extremsten Konsequenzen getrieben. Diese Erkenntnis sollte die Menschheit aber nicht lähmen, sondern zu größerer Verantwortung mahnen.
In einer Welt, in der jede Erfindung potentiell zur Waffe werden kann, muss die Menschheit umso bewusster über die Richtung des technologischen Fortschritts entscheiden. Die Frage ist nie, ob neue Technologien missbraucht werden – sie werden es definitiv.
Die Frage ist, ob die Menschheit Strukturen schaffen kann, die diesen Missbrauch eindämmen, ohne den Fortschritt zu stoppen. Das ist ein sehr schwieriger Balanceakt – aber die gesamte Menschheit könnte davon abhängen. Denn am Ende bestätigt die Geschichte immer wieder: Was erfunden werden kann, wird erfunden und was verwendet werden kann, wird verwendet.
Die einzige Variable ist die Frage: Welches Land nutzt die Technologie zuerst, und welche Konsequenzen wird es geben?
Text: @Infokomposter / Bluesky – Bildquelle: Gerd Altmann / Pixabay