der Schnabeligel (Ameisenigel)
Schnabeligel (auch Ameisenigel genannt) werden in zwei Hauptarten unterteilt:
- Langschnabeligel: bis zu 75 cm lang, ernähren sich von Regenwürmern
- Kurzschnabeligel: nur etwa 40 cm lang, ernähren sich von Ameisen und Termiten
Auch sie füttern ihren Nachwuchs mit Milch (obwohl eierlegend) und besitzen einen Elektrosinn zum Jagen. Bei einem Angriff rollen sie sich entweder igeltypisch zu einer stacheligen Kugel zusammen, oder graben sich auch blitzschnell in den Boden ein.
ungewöhnliches Paarungsverhalten

Ist ein Weibchen paarungsbereit, dann versammeln sich bis zu 11 Männchen gleichzeitig hintereinander aufgereit und warten, bis sie zum Zug kommen (hartnäckig über Wochen hinweg).
Währendessen werden Rinnen um das Weibchen gegraben und darin unermüdlich Rivalenkämpfe ausgetragen, das letzte (stärkste/trickreichste) Männchen darf sich dann mit dem Weibchen paaren.
Der Geschlechtsakt kann bis zu 7 Stunden dauern. Der Penis besitzt 4 Spitzen, das Weibchen hat aber nur 1 Fortpflanzungstrakt. 2007 konnte schließlich herausgefunden werden, dass beim Akt jeweils nur 2 der 4 Spitzen aktiv sind und ausgetauscht werden können (Ähnlichkeit zu Reptilien mit 2 Penissen, wovon jeweils immer nur 1er in Benutzung ist).
der westliche Langschnabeligel
Der westliche Langschnabeligel (Zaglossus bruijni) ist eines der ungewöhnlichsten und zugleich ein ziemlich unbekanntes Säugetier.
Er lebt in den abgelegenen Bergwäldern Neuguineas und gehört zur seltenen Ordnung der Monotremen – eierlegenden Säugetiere, zu denen auch das Schnabeltier zählt. Mit seinem langen, schmalen Schnabel, dem zotteligen Fell und den verborgenen Stacheln sieht er aus, wie ein Fabelwesen, ein kurioser Mix aus Igel, Maulwurf und Ameisenbär.
Merkmale
- lebt in Höhen zwischen 1300 und 4000 m auf Neuguinea auf alpinen Wiesen und feuchten Bergwäldern
- Gewicht: bis zu 16,5 kg
- der Schnabel ist nach unten gebogen und seine Dornen sind von dem langen Fell nicht zu unterscheiden
Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Würmern, die er mit seiner klebrigen Zunge aus dem Boden holt. Besonders bemerkenswert: Das Weibchen legt ein einzelnes Ei in eine bauchseitige Hauttasche.
Der geschlüpfte Nachwuchs – ein sogenanntes Puggle – bleibt dort wochenlang, bis es sich weiterentwickelt hat. Der Langschnabeligel ist scheu, nachtaktiv und nur schwer zu beobachten.
Sein Lebensraum ist schwer zugänglich, und über seine Lebensweise weiß die Wissenschaft bis heute erstaunlich wenig. Leider ist er vom Aussterben bedroht – durch Abholzung, Bejagung und Klimakrise.
der Attenborough-Langschnabeligel
Der Attenborough-Langschnabeligel (Zaglossus attenboroughi) galt bereits lange Zeit als ausgestorben, wurde nun aber wieder im indonesischen Dschungel von einem Forschungsteam (der Oxford University) aufgefunden.
Zum ersten und einziges Mal wurde diese Tierart im Jahr 1961 erfasst.
Quellen:
www.scinexx.de/dossierartikel/des-schnabeltiers-merkwuerdige-verwandten/
de.wikipedia.org/wiki/Westlicher_Langschnabeligel
www.scinexx.de/news/biowissen/skurriler-schnabeligel-wiederentdeckt/
www.scinexx.de/dossierartikel/vier-penis-spitzen-zwei-eingaenge/
Text: @Infokomposter & @Anouk / Bluesky –Bildquelle: Enguerrand Photography / Pixabay