der Oktopus
Oktopusse bevölkern alle Weltmeere. Sie bewohnen Korallen- und Felsenriffe, Seegraswiesen, Algenwälder oder Gezeitentümpel. Da ihre Arme direkt am Kopf beginnen, nennt man sie auch „Kopffüßer“.
Bisher sind ca. 300 Arten bekannt. Der pazifische Riesenoktopus ist der größte. (bis 5 Meter). Das Gift der bis zu 25 Zentimeter lange Blaugeringelte Krake kann auch dem Menschen gefährlich werden.
Genau wie auch Sepien und Kalmare zählen Oktopusse zu den Tintenfischen. Unterscheidbar macht sie die Anzahl ihrer Arme:
- Sepien und Kalmare haben 10 Arme (zwei zusätzliche Fangarme)
- Oktopusse haben 8 Arme
einzigartige Tarnung
Der Oktopus gehört zu den faszinierendsten nichtmenschlichen (FAQ) Tieren der Erde. Er kann seine RNS in Echtzeit verändern, um sich an seine Umwelt anzupassen.
Die DNS (Desoxyribonukleinsäure), ist sowas wie der Bauplan für den Körper. Sie enthält alle Anleitungen, wie der Körper aufgebaut ist und funktioniert – z. B. wie Haut, Muskeln, Augenfarbe oder Enzyme gebildet werden.
Nahezu jede Zelle im Körper enthält eine komplette Kopie dieses Bauplans. Die RNS ( Ribonukleinsäure), ist eine Kopie eines kleinen Teils der DNS – und hilft dabei, die Informationen aus der DNS in wirkliche Bausteine (Proteine) umzusetzen.
Es ist gewissermaßen der Botenstoff, der die Anleitung aus der DNA an die „Fabriken“ der Zelle (Ribosomen) bringt. Die Ribosomen benutzen die RNS-Kopie, um Proteine herzustellen – also z.B. Enzyme, Muskelproteine, oder Hormone.
In allen Lebewesen wird DNS in RNS umgeschrieben, und daraus entstehen dann Proteine – die „Werkzeuge“ der Zellen. Normalerweise ist diese Übersetzung ziemlich starr. Veränderungen geschehen über die Evolution und in einem langen Zeitraum.
Der Oktopus kann aber etwas Einmaliges: Er bearbeitet aktiv seine RNS, um bestimmte Proteine zu verändern – je nach Umweltbedingung, zum Beispiel bei Temperaturveränderungen. Das ist kein Eingriff ins Erbgut selbst (DNS bleibt gleich), sondern eine „Live-Übersetzung“ der genetischen Baupläne.
Wenn sich zum Beispiel die Wassertemperatur ändert, kann der Oktopus innerhalb von Stunden bestimmte RNS-Moleküle so verändern, dass seine Nervenzellen weiter zuverlässig funktionieren – obwohl die Bedingungen eigentlich ungünstig wären. Statt also zu warten, bis sich sein Erbgut über Generationen anpasst (wie bei den meisten Tieren), passt er sich sofort an – biochemisch.
Einige Schnecken beherrschen das ähnlich – auch der Mensch kann das mit einigen wenigen RNS-Bausteinen, allerdings nicht reversibel. Oktopoden können mit tausenden Genen gleichzeitig eigene Veränderungen hervorrufen oder diese sofort wieder rückgängig machen.
Damit ist der Kopffüßer nicht nur ein Meister der Tarnung (kann Farbe, Musterung und Struktur der Haut blitzschnell an die Umgebung anpassen), sondern auch ein molekularer Hacker.
Zu den natürlichen Feinden zählen:
- Wale
- Robben
- Haien
- ua.
die Fortpflanzung
Weder die Weibchen noch die Männchen überleben den Fortpflanzungsakt. Das Männchen stirbt sofort nach der Paarung, das Weibchen bewacht noch monatelang die Eier und stirbt, wenn der Nachwuchs geschlüpft ist.
die Fortbewegung
Anders als Fische, schwimmen Oktopusse, indem sie ihre Arme und Schwimmhäute erst ausbreiten und dann wieder zusammenziehen. Beim Jagen oder einer Flucht saugen sie Wasser in ihren Körper und drücken es sofort wieder heraus – was für die Verwandlungskünstler sehr anstrengend ist.
koknitive Fähigkeiten
Ihre Intelligenz, als wirbelloses Tier, ist sehr beeindruckend. Sie haben ein gutes Gedächtnis und können sich zum Beispiel an Farben und Formen erinnern und Dinge dazulernen. Genau wie auch manche Vögel und andere Primaten (nicht nur Menschen!) können sie sich Werkzeuge beschaffen, um z.B. leichter an ihre Beutetiere zu gelangen:
- Garnelen
- Hummer
- Krabben
- Meeresschnecken
- und Muscheln
der Körperbau
- durchschnittlicher Oktopus ist 9 Kilogramm schwer und 130 Zentimeter lang
- 8 lange Arme mit in zwei Reihen kleine, runde Saugnäpfe
- verloren gegangene Arme können nachwachsen
- Saugnäpfe sind multifunktional (festhalten, Beute greifen, tasten und schmecken)
- der Mund (mit kräftigen Schnabel) sitzt mittig an der Unterseite des Körpers
- zwischen den Armen befindet sich eine dünne Schwimmhaut, die wie ein Regenschirm aufgespannt werden kann
- die Atmung erfolgt über Kiemen und Haut
- ein Oktopus besitzt 9 Gehirne (ein Haupthirn am Kopf und alle weiteren an jedem Arm)
- im Mantel (das sackartige Gebilde sieht aus, als gehöre es noch zum Kopf) sitzen 3 Herzen (zusätzlich noch Verdauungs-, Atem- und Fortpflanzungsorgane)
- statt Ohren übernimmt die Statocyste (mit Flüssigkeit gefüllte Blase) das Hören
Quellen:
www.wwf-junior.de/tiere/oktopusse
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37295402/
Text: @Infokomposter & @Anouk / Bluesky – Bildquelle: Diane Picchiottino / Unsplash