Jahresüberblick
Um das Jahr 0 lebten weltweit etwa 150 bis 250 Millionen Menschen. Der Mittelmeerraum wurde vom Römischen Reich beherrscht, das im Osten an das Reich der Parther grenzte. In Indien regierte die Maurya-Dynastie, deren Händler den Seehandel zwischen Ostafrika und Südchina kontrollierten. In Südostasien entstand das Funan-Reich, das stark von indischer Kultur beeinflusst war.
In China war das Han-Reich eine ebenso mächtige Großmacht wie Rom. Beide Reiche waren vergleichbar in Größe und Bevölkerung. Über die Seidenstraße wurden Waren und Ideen ausgetauscht, und der Buddhismus verbreitete sich nach Zentralasien.
In Afrika blühte das Reich von Meroë, während das Königreich Aksum und erste Städte in Westafrika entstanden. Dennoch lebten viele Menschen in Afrika und Südostasien weiterhin als Jäger und Sammler, und einige Pazifikinseln waren noch unbesiedelt.
In Amerika entwickelten sich unabhängig voneinander die Nazca-Kultur in Südamerika und die Maya-Kultur in Mittelamerika. Große Teile von Amerika und Australien waren noch nicht bebaut und wurden ebenfalls von Jägern und Sammlern durchstreift.
Trotz dieser Unterschiede lebte ein Großteil der Weltbevölkerung bereits in organisierten Staaten. Die intensive Landwirtschaft führte zur Abholzung von Wäldern und zu den ersten großen Umweltveränderungen. Der enge Kontakt zwischen Menschen und Nutztieren sowie die schlechte Hygiene in Städten begünstigten die Ausbreitung von Krankheiten. Immer wieder kam es zu Epidemien, die viele Todesopfer forderten. Erst mit der Zeit lernte die Menschheit, mit diesen Herausforderungen umzugehen – doch dieser Lernprozess kostete viele Leben.
Um das Jahr 1000 lebten etwa 300 Millionen Menschen auf der Erde. In Europa herrschte ein mildes Klima, das den Wikingern erlaubte, Island und Grönland zu besiedeln. Im Jahr 1001 erreichten sie Neufundland in Nordamerika und gründeten dort eine Siedlung. Diese Entdeckung blieb jedoch ohne Folgen, da die Siedlung bald wieder aufgegeben wurde.
In Europa entwickelten sich zwei große christliche Kulturen: Im Westen unter dem römisch-deutschen Kaiser Otto III., im Osten unter dem byzantinischen Kaiser Basileios II. Die Stadt Konstantinopel war mit etwa 400.000 Einwohnern die größte christliche Stadt. Weiter nördlich begann die Blütezeit der Kiewer Rus‘.
Der Gewürzhandel war für Europa kaum zugänglich, da er über arabische Zwischenhändler lief. Die islamische Welt war in drei große Reiche gespalten: das Abbasiden-Kalifat in Bagdad, das Fatimiden-Kalifat in Kairo und das Umayyaden-Kalifat in Córdoba. Letzteres war mit rund 500.000 Einwohnern sogar größer als Konstantinopel. Trotz innerer Spaltung führten islamische Truppen Angriffe auf Nordspanien durch und sollten 1026 Nordindien erobern.
In Afrika standen die Reiche Ghana im Westen und Aksum im Osten in Kontakt mit dem islamischen Nordafrika. Im Süden Afrikas unterhielt Groß-Simbabwe sogar Handelsbeziehungen mit China.
In Indien kämpften die Fürsten der Chalukya- und Chola-Reiche um die Vorherrschaft. In Südostasien blühte das Khmer-Reich, während in China die Song-Dynastie ihre kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit begann. Nördlich davon herrschten die Khitan, Reitervölker im Liao-Reich, die als Vorläufer der Mongolen gelten.
Die Reiche in Amerika hatten nach heutigem Wissen keinen Kontakt zu Eurasien, auch nicht durch die Wikingersiedlung. In Nordamerika dominierte die Mississippi-Kultur mit der Stadt Cahokia. In Mittelamerika war die klassische Zeit der Maya im zentralen Tiefland vorbei, doch auf der Yucatán-Halbinsel gründeten die Itzá-Maya ein neues Reich in Chichén Itzá. In Südamerika blühte die Huari-Kultur, ein Vorläufer der Inka.
Um das Jahr 2000 lebten weltweit etwa 6 Milliarden Menschen. Europa war durch die Europäische Union geprägt, die sich nach dem Ende des Kalten Krieges zunehmend integrierte.
In Nordamerika dominierten die Vereinigten Staaten als wirtschaftliche und militärische Supermacht, während Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion mit politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen kämpfte. In Asien stieg China zu einer neuen Großmacht auf, und Indien entwickelte sich zu einer wichtigen Demokratie mit wachsender Wirtschaft.
In Ostasien war Japan eine führende Industrienation, deren Technologie weltweit gefragt war. Der Handel verlief über globale Schifffahrtsrouten und ein sich rasant entwickelndes Internet, das den Austausch von Waren und Ideen revolutionierte. Buddhismus, Christentum und Islam hatten sich längst über Kontinente hinweg verbreitet und prägten das kulturelle und religiöse Leben.
In Afrika lebten viele Staaten in den Folgen der Kolonialzeit und kämpften mit Armut, Krankheiten und politischen Konflikten. Dennoch entstanden neue Städte und Wirtschaftszentren, und das Königreich Äthiopien war ein Symbol für historische Kontinuität.
In Südamerika entwickelten sich Demokratien nach langen Militärdiktaturen, während in Mittelamerika soziale Ungleichheiten und Bürgerkriege nachwirkten.
In Amerika und Australien waren die meisten Regionen längst besiedelt und urbanisiert. Megastädte wie São Paulo, New York und Sydney wuchsen rasant, und die Globalisierung verband die Kontinente enger als je zuvor.
Gleichzeitig führte die intensive Landwirtschaft und Industrialisierung zu massiver Abholzung, Luftverschmutzung und Klimaveränderungen, die erstmals als globale Herausforderung erkannt wurden.
Nun lebte ein Großteil der Weltbevölkerung in organisierten Staaten mit komplexen politischen Systemen. Der enge Kontakt zwischen Menschen und moderner Technologie brachte neue Chancen, aber auch Risiken wie Umweltzerstörung und die Ausbreitung neuer Krankheiten.
Epidemien wie HIV/AIDS forderten Millionen von Todesopfern. Die Menschheit begann, globale Institutionen und Kooperationen zu schaffen, um mit diesen Herausforderungen umzugehen – doch der Lernprozess
warist mühsam und voller Konflikte.
- mit Beginn der Landwirtschaft
die ersten Dörfer / Siedlungen
Irgendwann vor 13.000 Jahren veränderte sich der Umgang mit Pflanzen und Beutetieren enorm – die Menschen wurden nach und nach sesshaft.
- vor 9.000 Jahren
die ersten Städte (Entstehung von Kulturen, Sprache, Schrift)
Fortschritt und Wohlstand erlaubten immer mehr Menschen in künstlicher Umgebung zu leben und sich von der Natur komplett unabhängig zu fühlen.
- vor 4.300 Jahren
die ersten Staaten (Luxushandel)
Seit min. 14.000 Jahren fahren Schiffe auf dem Mittelmeer, was den Handel ideal zwischen Europa, Afrika und Asien begünstigt. So konnten schon früh Kälteeinbrüche und lange Trockenzeiten durch den Handel ausgeglichen werden und europäische Hochkulturen entstehen.
-
die Weiterentwicklung der Staaten (Aufstieg von Religionen und Ländern)
Der Aufstieg und Zerfall vieler Reiche durch Handel, Kriege und Landwirtschaft. Nebenbei entwickelten sich Wissenschaft und die Anfänge der Industrie.