der Weltrisikoindex

Wozu braucht es einen Weltrisikoindex?

Auf der gesamten Welt kommen Naturkatastrophen (Erdbeben, Stürme, Tsunamis, Dürre etc.) vor. Wissenschaftler haben die einzelnen Bereiche der Erde in unterschiedliche Kategorien:

  • Gefährdung:  durch die Lage des Landes
  • Anfälligkeit: der ökonomischen Rahmenbedingungen, der Infrastruktur, Ernährung und des Einkommens
  • Bewältigung: von Naturkatastrophen durch Regierungsführung, medizinische Versorgung und der materiellen Absicherung
  • Anpassung: an kommende Naturereignisse und den Klimawandel

eingeteilt, um die Wahrscheinlichkeit berechnen zu können, wie verwundbar Menschen und andere Tiere (FAQ) in bestimmten Regionen der Erde sind. Die 12 risikoreichsten Länder der Erde liegen alle auf dem sogenannten pazifischen Feuergürtel, der aus zahlreichen aktiven Vulkanen entlang zweier sich ineinanderschiebender Erdplatten besteht, die sich größtenteils im Meer befinden.

Zur Berechnung des Weltrisikoindex werden 28 sogenannte Indikatoren in einer Formel zusammengefasst, um die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, mit der Menschen und andere Tiere Naturkatastrophen zum Opfer fallen können. Dazu zählen:

  • Anzahl der Menschen (andere Tiere werden üblicher- aber nicht richtigerweise ausgeschlossen!)
  • Wahrscheinlichkeitsgrad einer eintretenden Katastrophe
  • Infrastruktur
  • Ernährungslage
  • Bauweise der Häuser
  • Anzahl der Krankenhausbetten
  • Zustand des Katastrophenschutzes
  • Bildung
  • etc.

Ausgeschlossen sind Länder, die nicht über eine funktionierende Regierung verfügen. Dazu zählen Somalia oder die Demokratische Republik Kongo. Faktoren wie Revolutionen (arabisches Land), Bürgerkriege (in Teilen Afrikas) und Kriege (in Afghanistan) fließen ebenfalls nicht in die Berechnungen mit ein.

Liste des Weltrisikoindex

1. Platz mit 32,00 Prozent: Vanuatu

Die 83 Inseln im Südpazifik werden durch Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Taifune am stärksten bedroht. Auf den Inseln leben 224.000 Menschen und viele andere Tierarten, die am pazifischen Feuergürtel liegen, d.h. genau an der Stelle wo sich zwei Erdplatten ineinanderschieben.

2. Platz mit 29,08 Porzent: Tonga

3. Platz mit 24,32 Prozent: Philippinen

Bildquelle: Phillippinen: Thorsten Freyer / pixelio.de

Über 7000 Inseln im Westpazifik werden ebenfalls durch Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Taifune bedroht. Denn auch diese Inseln, auf denen 100 Millionen Menschen und andere Tierarten wohnen, liegen im pazifischen Feuergürtels. Das Land verzeichnet jährlich ca. 15 Wirbelstürme und starke Erdbeben.

4. Platz mit 23,51 Prozent: Salomonen

5. Platz mit 20,88 Prozent: Guatemala

Das in Zentralamerika gelegene Land wird durch Tsunamis, schwere Erdbeben, Vulkanausbrüche, Hurrikane bedroht. 14 Millionen Menschen und andere Tierarten müssen mit Erdbeben oder starken Wirbelstürmen kämpfen. Afrika befindet sich ebenfalls über dem pazifischen Feuergürtel. Da es sich um ein sehr armes Land handelt, kann kaum auf Naturkatastrophen reagiert werden.

6. Platz mit 17,45 Prozent: Bangladesch

Das in Asien gelegene Land wird durch Wirbelstürme, Dürre, Überschwemmungen bedroht. 160 Millionen Menschen und andere Tierarten müssen sich jährlich mit starken Niederschlägen und damit auch starken Hochwassern auseinandersetzen. 200.000 bis 500.000 Menschen sterben jährlich auch auf Grund der sehr hohen Bevölkerungsdichte (1100 Menschen pro km² / Deutschland 229 Menschen pro km²).

Oft ist der durch Hochwasser überschwemmte Boden stark versalzen und kann mindestens 4 Monate nicht zum Reisanbau genutzt werden. Die Folge: Hungersnöte.

7. Platz mit 17,45 Prozent: Ostimor

8. Platz mit 16,74 Prozent: Costa Rica

9. Platz mit 16,58 Prozent: Kambodscha

10. Platz mit 16,49 Prozent: El Salvador

35. Platz mit 11,13 Prozent: Japan

Die Inselgruppe in Ostasien wird durch Tsunamis, Stürme, schwere Erdbeben bedroht. 136 Millionen Menschen und andere Tierarten leben ebenfalls auf dem pazifischen Feuergürtel. Dennoch galt Japan vor dem Atomgau als sicher, denn es gilt als reiches und hochentwickeltes Land. Das änderte sich aber schnell nach der Katastrophe in Fukushima.

Über 20.000 Menschen sind durch das Erdebeben, was eine 38 Meter hohe Tsunami-Welle auslöste ums Leben gekommen. Diese Naturgewalt konnten selbst die bis zu 10 Meter hohen Stahl- und Betonwände nicht zurückhalten. Dabei geriet das Atomkraftwerk in Fukushima völlig außer Kontrolle. Das Gebiet um Fukushima ist bis heute unbewohnbar.

150. Platz mit 2,96 Prozent: Deutschland

Das in Mitteleuropa gelegene Land wird durch Erdbeben, Extremstürme und Überschwemmungen bedroht. Die 82 Millionen Menschen und andere Tiearten müssen weder Vulkanausbrüche noch Dürre fürchten, dafür aber schwere Winterorkane und Überschwemmungen entlang der Flüsse.

Genau wie Japan gehört Deutschland zu den gut vorbereiteten und versicherten Ländern. Es liegt damit aber noch hinter Frankreich, Luxenburg und der Schweiz. Alle 1000 Jahre kann es allerdings zu Extrembeben kommen, die Niemand vorausberechnen kann.

165. Platz mit 2,28 Prozent: Norwegen

165. Platz mit 2,25 Prozent: Estland

166. Platz mit 2,o6 Prozent: Finnland

167. Platz mit 2,00 Prozent: Schweden

168. Platz mit 1,88 Prozent: Kiribati

169. Platz mit 1,66 Prozent: Bahrein

170. Platz mit 1,26 Prozent: Island

171. Platz mit 1,25 Prozent: Saudi-Arabien

172. Platz mit 0,72 Prozent: Malta

173. Platz mit 0.02 Prozent: Katar

Der letzte damit sicherste Platz der Erde liegt im nahen Osten. Die 850.000 Menschen und andere Tierarten haben nur Sandstürme zu befürchten. Das macht dieses Gebiet aber auch sehr trostlos und öde, denn es besteht nur aus Geröll und Kieswüsten.

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Bildquelle: Titelbild: Thorsten Freyer  / pixelio.de