2 Comments

  1. Daniel Stricker
    18. September 2012 @ 17:47

    Du schreibst:

    1. „Dies wird auch weiterhin so bleiben, solange man nicht eindeutig beweisen kann, dass Götter, Fabelwesen und Geister definitiv nicht existieren können.“

    Ausserdem schreibst Du, dass Du den Glauben anderer respektierst auch wenn Du ihn selber nicht teilst – mit einer Einschränkung:

    2. „Schwierigkeiten habe ich nur, wenn genau dieses Weltbild schwächere Lebewesen, die sogenannten Tiere bewusst abwertet bzw. unterdrückt. Gleiches gilt selbstverständlich auch beim Rassenhass unter Menschen, der häufig religionsbedingt geführt wird und wurde – Stichwort Hitler.“

    Ausserdem schreibst Du:

    Hierzu möchte ich zwei Inputs geben:
    1. Man wird nie beweisen können, dass es Götter oder Einhörner oder das Fliegende Spaghettimonster nicht gibt. Denn deren Existenz ist eine nicht-falsifizierbare Aussage, vergleiche dazu Russells Teekanne: http://de.wikipedia.org/wiki/Russells_Teekanne

    Wer behauptet, hat zu beweisen. Die Religionisten sind in der Bringschuld. So einfach ist das.

    2. Diese Einschränkung finde ich viel zu spezifisch formuliert. Religion ist Privatsache und religionistischen Tendenzen muss man entgegen treten sobald sie zur Folge haben, dass aufgrund von religionistischen Theorien gesesellschaftliche Forderungen gestellt werden (Abtreibungsverbot, Sozialwesen, Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen, etc). Natürlich kann man gegen das Abtreibungsrecht sein, dann aber biete mit ethischen oder naturwissenschaftlichen Argumenten, nicht mit religiösen.

    Mit gefällt der Begriff „Ignostizismus“ übrigens sehr gut. Ein Ignostiker sagt: „Ich weiß nicht, was du mit dem Begriff ‚Gott‘ meinst, und kann daher keine Aussage über dessen Existenz oder Nicht-Existenz machen.“http://de.wikipedia.org/wiki/Ignostizismus#Varianten_des_Agnostizismus

    Denn wenn man den Begriff „Gott“ ausreichend verallgemeinert und verschwurbelt, kommt man irgendwann an einen Punkt, wo auch ein Naturalist/Atheist sagen kann: „Mit dieser Art Gott habe ich kein Problem“. Das „Problem“ ist darum auch nicht Gott. Sondern dass aus diesem schwammigen Beschrieb jeweils so verflucht präzisen Folgerungen, die die Religionisten aus ihrem (zB) dreieinigen Gottvatermenschsohngespenst gezogen werden. So wollen die Religionisten den Menschen sogar vorschreiben, was sie zB im Schlafzimmer machen, respektive vor allem NICHT machen dürfen. Das ist keine legitime Art, in den gesellschaftlichen Dialog zu treten sondern eine reine Zumutung. Und dieser Zumutung trete ich kompromisslos entgegen – innerhalb der humanistischen und juristischen Grenzen, versteht sich.

    Achja, weiter so, Blogger! ;-)

  2. Alesandra
    19. September 2012 @ 12:51

    Grüß dich Daniel

    wie mir scheint, machst du dir um den Begriff „Gott“ genauso viel Gedanken, wie ich z.B. bei dem Begriff „Tierbesitzer“. Zugegebenermaßen hab ich das Thema bislang nur oberflächlich am Rand behandelt, auch wenn schon einige Artikel daraus entstanden sind.

    http://www.only-one-world.de/ursprung-des-lebens/
    http://www.only-one-world.de/die-bibel/
    http://www.only-one-world.de/tierschutz-vs-religionsfreiheit/
    *****

    Zitat:
    Hierzu möchte ich zwei Inputs geben:
    1. Man wird nie beweisen können, dass es Götter oder Einhörner oder das Fliegende Spaghettimonster nicht gibt. Denn deren Existenz ist eine nicht-falsifizierbare Aussage, vergleiche dazu Russells Teekanne: http://de.wikipedia.org/wiki/Russells_Teekanne

    *****
    Das Teekannenprinzip ist eine sehr unterhaltsame Gegenargumentation zur Religion. Danke für den Link. :-)

    Ganz so einfach, so finde ich zumindest sollte man es sich nicht machen. Denn Engel und bedeutende Götter & Co. ( für religiöse Menschen) sind schon mehr als ein irreales Bild, es ist derren Lebenseinstellung, wie ich ja schon angemerkt habe.

    Gehen wir mal ein paar Jahrhunderte zurück, als der Mensch noch glaubte auf einer Scheibe zu hausen. Dort wurde ein neugieriger Mensch z.B. Gallieo sogar mit dem Leben betroht nur weil er glaubte etwas herausgefunden zu haben, was sich andere überhaupt nicht vorstellen konnten.

    Damit will ich nur sagen, dass es mit Sicherheit Ereignisse, Situationen gibt, die der Mensch einfach nicht begreifen kann, sie aber doch existieren. Ob das nun unbedingt Götter sein müssen, bezweifle ich, wie du schon gemerkt hast, selbst auch. Den Grundglauben sehe ich aber trotzdem nicht als eine bemittleidenswerte Spinnerei an !

    Zitat:
    Religion ist Privatsache und religionistischen Tendenzen muss man entgegen treten sobald sie zur Folge haben, dass aufgrund von religionistischen Theorien gesesellschaftliche Forderungen gestellt werden [Abtreibungsverbot, Sozialwesen, Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen, etc]. Natürlich kann man gegen das Abtreibungsrecht sein, dann aber bitte mit ethischen oder naturwissenschaftlichen Argumenten, nicht mit religiösen.

    *****
    Ich würde es zwar anders formulieren, aber dennoch stimme ich hier mit dir überein. Religion darf „ungläubige“ Menschen nicht in ihrer Freiheit einschränken, die selbstverständlich nur bis zur Freiheitsgrenze anderer Menschen gehen darf.

    Zitat:
    Mit gefällt der Begriff “Ignostizismus” übrigens sehr gut. Ein Ignostiker sagt: „Ich weiß nicht, was du mit dem Begriff ‚Gott‘ meinst, und kann daher keine Aussage über dessen Existenz oder Nicht-Existenz machen.“http://de.wikipedia.org/wiki/Ignostizismus#Varianten_des_Agnostizismus

    *****
    In die Richtung hätte ich dich auch eingeordnet. Ich persönlich bin wohl am ehesten ein agnostischer Atheist, denn ob Gott existiert oder nicht gehört weniger zu meinen Hauptinteressen.

    Zitat:
    Denn wenn man den Begriff “Gott” ausreichend verallgemeinert und verschwurbelt, kommt man irgendwann an einen Punkt, wo auch ein Naturalist/Atheist sagen kann: “Mit dieser Art Gott habe ich kein Problem”. Das “Problem” ist darum auch nicht Gott

    *****
    Damit habe ich überhaupt keine Probleme, ich bin sogar davon überzeugt das für viele Menschen Gott auch VIEL sein kann, warum auch nicht? In den meisten Fällen sehe ich Gott als eine Art eigenen Phsychologen, den man seine Probleme anvertrauen kann.

    Zitat:
    Sondern dass aus diesem schwammigen Beschrieb jeweils so verflucht präzisen Folgerungen, die die Religionisten aus ihrem (zB) dreieinigen Gottvatermenschsohngespenst gezogen werden. So wollen die Religionisten den Menschen sogar vorschreiben, was sie zB im Schlafzimmer machen, respektive vor allem NICHT machen dürfen. Das ist keine legitime Art, in den gesellschaftlichen Dialog zu treten sondern eine reine Zumutung.

    *****
    Auch wenn ich die Diskriminierung z.B. gleichgeschlechtlicher Beziehungen absolut nicht gut heiße, der Glaube an Gott stört mich wohl deswenigen weniger als dich, weil ich das „Schwammige“ für mich selbst zulasse. Es hat eben jeder Mensch andere Prioritäten.

    Danke für deine Gedanken dazu Blog-Kollege. :-)

    LG
    Alesandra

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