Es ist noch gar nicht so lange her, da ging der Mensch davon aus, dass das sogenannte Tier weder kommunizieren noch denken kann. Dies ist wohl auch der Hauptgrund, warum sich der Mensch sogar bis heute weigert als Tier definiert zu werden und das obwohl er die Definition „Tier“ selbst geschaffen hat.
„Tiere“ galten lange Zeit als lebendige Maschinen – dumm, kopieartig, die überhaupt nur nach ihren primitiven „tierischen“ Instinkten handeln können. Da wundert es nicht, dass man sich überhaupt nicht vorstellen konnte, dass jedes Tier seine eigene Sprache besitzt. Je nach Art ist es einem Lebewesen durchaus möglich mit seinen Artgenossen in Kontakt zu treten.
Elefanten z.B. können in einer Tonlage miteinander kommunizieren, die der Mensch gar nicht hören kann. Auch ein Grund, warum der Mensch glaubte, dass „Tiere“ keine Sprache besitzen, denn für ihn sind sie häufig einfach unhörbar. Fische werden sogar noch heute unterschätzt – auch sie sprechen miteinander.
Die menschliche Lautäußerung ist dabei die komplexeste Sprache – das ist und bleibt unumstritten, aber dennoch ist sie bei weitem nicht die einzige. Der Mensch muss sich bewusst machen, dass er seine eigene Sprache sehr gut versteht, die des vermeintlichen Tieres nur als grunzen oder piepsen usw. wahrnimmt. Doch aus der Sicht eines Elefanten z.B. hören sich menschliche Lautäußerungen wahrscheinlich ebenso chaotisch und unverständlich an.
Die Sprache ist eben von Tierart zu Tierart verschieden!
Alles andere als dumm!
Schimpansen kommunizieren sogar sehr menschenähnlich miteinander, indem sie Laut- und Körpersprache verwenden, was sich in Gestik und Mimik ausdrückt. Es ist ihnen sogar möglich einen Teil der menschlichen Sprache so gut zu verstehen, dass sie am Computer Objekte und Handlungen verknüpfen können.
Andererseits braucht es z.B. „Hunde- oder Pferdeflüsterer“, die dem gestressten Großstadtmenschen, die Sprache seines Besitzes (Tierbesitzer) verdeutlichen und ihm damit manchmal eine gewaltfreie Kommunikation ermöglichen zu können. Denn wenn der Hund oder das Pferd nicht gehorcht, dann muss das „dumme Vieh“ schuld sein. Häufig ist es anders herum.
Das Vögel menschliche Sprache nachahmen können ist schon lange bekannt. Wohingegen der Wellensittich leider nicht weis, was er da redet, kann ein Graupapagei zwischen verschiedenen Objekten unterscheiden und sie auch in menschlicher Sprache benennen. Wie der vor ein paar Jahren leider schon verstorbene Graupapagei Alex immer wieder beweisen konnte.
Ameisen können diese Leistung nicht vollbringen, da sie aber in einem Staat leben, ist Kommunitkation auch für sie äußerst wichtig. Sie verständigen sich durch chemische Botschaften, die sie mit ihren Fühlern gegenseitig übertragen.
Auch Unterwasserbewohner, speziell Wale kommunizieren per Lautäußerungen miteinander. So sind die Buckelwale sehr sprachfreudig. Sie nutzen ihre Laute bei der Jagd aber auch um Weibchen anzulocken.
Die Kommunikation der Zellen!
direkte Kommunikation
Die Zellen, die sich in Gewebe befinden liegen nicht einfach nebeneinander – sie kommunizieren und kooperieren miteinander. Jede Zelle hat unterschiedliche Kontaktstellen, die sich auch immer wieder ändern lassen und so auch einen Zellzwischenraum untereinander hervorrufen.
Dieser Zwischenraum ist mit Flüssigkeit gefüllt, der sowohl Nährstoffe als auch Signale transportieren kann. Die einzelnen Zellen können sich aus diesem Flüssigkeitsstrom Nährstoffe abfangen oder aber auch blockieren. Was in eine Zelle hinein bzw. hinaus darf und was nicht entscheiden die Proteine jeder Zelle.
Auf diese Weise wird der Müll abtransportiert, jede Zelle weder unter- noch überversorgt und jeder Nährstoff an die richtige Stelle gebracht. Fehler und Schwachstellen können ausgebessert oder aber entfernt werden. All das findet auch im menschlichen Körper statt, der wie jedes Tier aus Zellen besteht.
Kommunikation über weite Entfernungen
Mittels Botenstoffen und Hormonen, die als Boten fungieren, können sich Zellen über weite Entfernungen “unterhalten”. Es ist z.B. möglich bei einer Entzündung einen Hilferuf auszusenden. Dabei übermitteln Nervenzellen die wohl wichtigsten Botschaften. Sie kommunizieren über Elektrizität im Körper. Dadurch werden Signale um einiges schneller übermittelt.
Selbst die Einzeller lassen sich teilweise in das Tier- und Pflanzenreich einordnen, aber die Vielzeller trennen viele große Reiche voneinander. (Pilze, Pflanzen, Tiere) Der Mensch besteht beispielsweise aus etwa 220 verschiedenen Zell- und Gewebetypen.
Sprachäußerungen
Sprache hat sich wohl vorallendingen deswegen entwickelt, um aktuelle Stimmungen untereinander austauschen, aber auch um sich in einem Verband miteinander absprechen zu können (Zusammenarbeit). Je vielfältiger eine Sprache ist, desto sozialer lebt die betreffende Tierart auch. Denn nur so macht es auch Sinn sich häufig zu äußern.
Viele Tierarten zeigen durch ihre Lautäußerungen, dass:
- andere ihnen nicht zu nahe kommen sollen
- sie andere freudig begrüßen
- sie das andere Geschlecht anlocken möchten
- sie sie beruhigend auf andere einwirken möchten
- sie Warnungen aussprechen
- usw.
Es ist demnach genaugenommen recht schwierig keine Ähnlichkeiten mit dem Menschen zu finden, der z.B. je nach Region auch mal „Hallo“ oder aber „Grüß Gott“ von sich gibt. D.h. auch viele andere Tierarten sind in der Lage verschiedene Varianten für eine Bedeutung anzuwenden.
Sprache erlernen – das muss nicht nur der Mensch!
Nach der Geburt haben viele Tierarten zwar ein Grundgerüst für ihre Lautäußerungen zur Verfügung, sie müssen aber alle erst lernen diese richtig einzusetzen. Erwachsene Tierarten reagieren häufig deswegen auch nicht auf die Warnlaute ihre Jungtiere. Erst später begreifen sie den Sinn ihrer Sprache, ähnlich wie Menschenbabies.
Diese Lerneffekte kann man z.B. auch bei Zebrafinken nachweisen. Küken aktivieren beim Rufen andere Hirnregionen als erwachsene Vögel. Auch regional unterschiedliche Sprache kann man bei Vögeln gut nachweisen. Denn die Melodien variieren von Region zu Region.
Fazit: Sprechen kann nicht nur der Mensch, aber nur der Mensch kann sprechen wie der Mensch. :-) Andere Tierarten benutzen eben ihre eigene Sprache für die Kommunikation.
Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de







