flüssiges Holz – Plastik der Zukunft

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Es klingt verrückt, wenn man sich vorstellen soll, dass man aus Holz handelsüblichen Plastik herstellen kann. Noch verrückter empfinde ich den Zustand, dass diese Möglichkeit bereits seit 1999 bekannt ist aber erst im Jahr 2010 den Sprung in die Medien schafft.

gefährlicher Müll

6 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr in die Ozeane. Weiteres dazu hier. Aber auch auf dem Festland haben wir mit diesem Müll zu kämpfen, sodass Alternativen gefunden werden sollten – schon längst.

Herkömmliches Plastik wird aus Erdöl produziert. Probleme entstehen damit nicht nur, weil es sich beim Erdöl um einen schwindenen Rohstoff handelt, handelsübliches Plastik kann nicht zersetzt werden. Die Folge ist u.a. die Vermüllung der Ozeane und der Tod zahlreicher Wasserbewohner, die den Müll verschlucken.

800 Milliarden Euro werden jährlich durch Plastik umgesetzt, die Industrie verzichtet demnach nicht ohne weiteres auf diesen lukrativen Stoff.

Menschliche Intelligenz hervorragend genutzt

Um aus Holz Plastik herstellen zu können muss man es in seine chemischen Bestandteile auflösen. Der wichtigste Stoff dabei ist Lignin. Jedes Jahr produzieren Bäume 20 Milliarden Tonnen Lignin, damit die Pflanzen stabil und biegsam bleiben. Außerdem benötigt man zur Herstellung noch Baumharz, Wachs und Pflanzenfasern.

All diese Produkte werden zusammen in einen großen Mischer eingefüllt. Das Erhitzen sorgt für die Verflüssigung der Masse. Nun kann man es formen indem man es durch Löcher presst. Dadurch werden Endlosschnüre erzeugt, die schließlich zu kleinen Pellets geschnitten werden können.

Das Beste: Das Fällen von Bäumen speziell für die Plastikherstellung ist nicht nötig!

Unglaubliche 200 Millionen Tonnen Holz werden jährlich für die Papierherstellung benötigt. Für die Weiterverarbeitung muss man das Holz erst zu Zellstoff verarbeiten. Bei der Verarbeitung dazu entstehen durch den Kochvorgang 30 Prozent Lignin. Das Potenzial dieses Nebenproduktes wurde verkannt und galt bisher als Abfallprodukt. Nun haben auch Automobilhersteller ihr Interesse bekundet.

40 verschiedene Bioplastikmischungen können die Hersteller mittlerweile anbieten. So bleibt zu hoffen, dass das ökologische Produkt einen Platz in der Industrie finden dann. Denn braucht man ein Plastikglas u.a. aus Holz nicht mehr kann es recycelt aber auch der Natur wieder zurückgegeben werden.

Dieses Plastik gefällt nicht nur den Umweltschützern

Leider kommt es recht vielen Menschen nicht auf den Umweltschutz sondern auf die Kosten an. Auch da kann das Ökoprodukt punkten, denn sowohl die Entsorgung als auch der überteuerte Preis des Erdöls machen das Ökoplastik lukrativer als herkömmliches Plastik. Allein die Stabilität muss noch nachgebessert werden. Die Erfinder sind diesbezüglich aber optimistisch.

Bildquelle: aboutpixel.de / Holz © Daria Zamarajev

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